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Erste Hilfe Druckverband
Dienstag, 18. September 2007

Druckverband

Vom Rad gefallen ist schnell mal jemand.
Könntest du diesem Mädchen helfen?

Beim Radeln im Wald oder Skaten in der Pipeline – ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert: Jemand hat sich verletzt. Du siehst rot, es blutet … . Eigentlich ist dir eher nach Wegrennen zumute. Doch du hältst dem Druck stand!

Schon eine geringe Menge Blut hat oft eine bedrohliche Wirkung und macht es einem nicht leicht, die Situation richtig einzuschätzen und dann auch noch einen kühlen Kopf zu bewahren.

Eine blutende Wunde ist immer ernst zu nehmen. Und es ist gar nicht so schwer, sie richtig zu behandeln. Das wichtigste, ist zu wissen, wie man auf die Wunde genug Druck ausübt.

Wie entsteht eine stark blutende Wunde?

Durch die gewaltige Kraft, die bei einem Unfall auf den Körper einwirkt, kommt es zu Verletzungen, meist mit Beteiligung von Blutgefäßen. Man unterscheidet Venen, das sind Blutgefässe, die zum Herzen hinführen, und Arterien, das sind Blutgefäße, die vom Herzen wegführen.

In der Regel transportieren die Arterien mit jedem Herzschlag das sauerstoffreiche Blut in die noch so entlegenen Zellen im Körper, um diese mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Und damit das Blut auch tatsächlich überall ankommt, herrscht in dem arteriellen „Rohrsystem“ natürlich auch ein recht passabler Druck.

Du kannst dir also vorstellen, dass es recht stark aus einer Wunde bluten kann, wenn ein Blutgefäß verletzt wird. Bei stark blutenden Wunden kann der Verletzte bereits innerhalb kürzester Zeit einen erheblichen Blutverlust erleiden.

Wenn wir auch insgesamt 5-7 Liter Blut zur Verfügung haben, kann sich bereits bei einem Verlust von ungefähr 350- 500ml (15- 20% der gesamten Blutmenge) ein gefährlicher Schock entwickeln oder der Verletzte könnte sogar verbluten.

Stop it now!

Eines ist dir bis hierhin schon klar geworden: Starke Blutungen müssen so schnell wie möglich gestoppt werden! Wie das genau mit einem gekonnten Druckverband zu bewerkstelligen ist, siehst du anhand der Bildabfolge.

Hast du für solche Fälle immer ein kleines Verbandset im Rucksack? Das wiegt nix, nimmt keinen Platz weg und ist im Notfall super hilfreich!

 Und so gehst du step by step vor:

 
Hochhalten und Abdrücken

Bei einer Blutung am Arm kannst du die Blutung stoppen oder verringern, indem die Arterie an der Innenseite des FOTO: DRKOberarms gegen den Oberarmknochen gedrückt wird, bis die Blutung aufhört. Am Bein drückst du die Arterie in der Leistenbeuge ab.

Druckverband

Lege die Wundauflage wie bei jedem Verband auf die Wunde und umwickle diese zwei- bis dreimal.

FOTO: DRK

Druckpolster

Lege ein nicht saufgfähiges Druckpolster (z.B. ein geschlossenes Verbandpäckchen) direkt über den Wundbereich und umwickle es mit den restlichen Bindengängen deckungsgleich und nicht zu stramm.

FOTO: DRK

Lagerung

Befestige das Bindenende mit Pflasterstreifen oder einem Knoten. Lagere das verletzte Körperteil möglichst etwas erhöht.

FOTO: DRK
Wenn nicht du, wer dann?
  • Spätestens jetzt, nachdem du den Druckverband angelegt hast,  rufst du schnellstmöglich den Rettungsdienst unter der Nummer 112. (Funktioniert auch, wenn Dein Guthaben auf dem Handy längst verbraucht ist!)
  • Lagere die verletzte Person mit erhöhten Beinen (20-30 cm) und decke Sie zu, um einem Schock entgegen zu wirken.
  • Beobachte und betreue die verletzte Person ständig bis zur Übernahme durch den Rettungsdienst, ermutige und tröste. Gehe einfach davon aus, was Dir an der Stelle helfen würde. Vielleicht würde es helfen, dem anderen die Hand zu reichen und ein bisschen festzuhalten?

Tipp!

Achte auf dich!
Ziehe dir unbedingt ein paar Handschuhe an (die aus deinem Verbandset). Das verhindert den direkten Wundkontakt und dient so dem Infektionsschutz.
Rufe laut um Hilfe und bitte weitere Personen, dich zu unterstützen.
Keiner ist in Ausnahmesituationen gerne auf sich allein gestellt.
Ein Druckverband lässt sich auch leichter durch vier helfende Hände anlegen.

Achte auf die verletzte Person!
Lege die verletzte Person am besten bequem auf eine Decke auf den Boden. Beobachte und beruhige den verletzten Menschen. Erkläre möglichst immer, was du als nächstes tun wirst.

 
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